Sozialer Zaun wieder ab 15. März vor der AWO Geschäftsstelle beim Bruchsaler Bahnhof

Seit über einem Jahr ist durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Ein- und Beschränkungen des privaten wie auch beruflichen Lebens eine in dieser Form selten dagewesene Komponente hinzugekommen, die uns alle, insbesondere aber schon zuvor in prekären Verhältnissen lebende Menschen, vor große Herausforderungen stellt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie sind noch nicht absehbar, der Einzelhandel leidet und muss neue Wege finden, um die Kunden an sich zu binden, es muss um jeden Euro gekämpft werden. Dies ist für uns alle eine Herausforderung. Die Herausforderung ist ungleich größer, wenn schon vor der Krise auf jeden Cent geachtet werden musste.


In Deutschland leben nahezu zwei Millionen Kinder in Hartz IV Haushalten, nach Kriterien der Europäischen Union sind insgesamt 13,3 Millionen Menschen arm oder zumindest armutsgefährdet – ein nie zuvor ermittelter Wert. In Zahlen bedeutet dies, dass sie weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, dies entspricht für einen Alleinstehenden 1.074 Euro im Monat. Im krassen Gegensatz dazu steht die Verteilung des Vermögens in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung entfallen inzwischen 67% des Nettogesamtvermögens auf nur noch 10% der Bevölkerung. Corona und seine Auswirkungen sorgen dafür, dass die Schere in Deutschland weiter auseinandergeht. Dem gilt es, so es die Mittel und Möglichkeiten zulassen, entgegenzuwirken.


Seit 2017 stellt die AWO in Bruchsal den „Sozialen Zaun“ vor ihrer Geschäftsstelle in der Prinz-Wilhelm-Straße 3 unweit des Bruchsaler Bahnhofs. Das Prinzip des Sozialen Zauns lässt sich auf den kurzen Satz „Wer hat, der gibt – wer nichts hat, nimmt“ zusammenfassen. So werden beispielsweise originalverpackte Hygieneartikel, haltbare Nahrungsmittel wie Konserven oder Kekse und Tiernahrung in durchsichtigen Plastiktüten beschriftet an den Zaun gehängt. Bedürftige – die dies aus diversen Gründen sein können – können sich genau das nehmen, was sie aktuell benötigen. „Damit können wir die Auswirkungen von finanzieller Not zumindest etwas abmildern, als Sozialverband versuchen wir aber auch stets, die Ursachen zu bekämpfen“ so die Geschäftsführerinnen der AWO, Elke Krämer und Angelika Nosal.


Spenden für den Sozialen Zaun können gerne wochentags zwischen 8.00 Uhr und 16.30 Uhr am Empfang der Geschäftsstelle in der Prinz-Wilhelm-Straße 3 abgegeben werden.

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